Warnung vor den Antidepressivern (SSRI) vor bleibenden sexuellen Schäden! SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion, kurz PSSD Allgemeines, Ursaches, Behandlung

Warnung vor den Antidepressivern (SSRI) vor bleibenden sexuellen Schäden! SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion, kurz PSSD Allgemeines, Ursaches, Behandlung

SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion, kurz PSSD

Allgemeines

SSRI sind Antidepressiver, die den Serotoninspiegel im zentralen Nervensystem steigern. Laut der Multizenterstudie führen SSRI in 58 und 72% der Fälle zu sexuellen Problemen. (1) Wie oft sich hieraus ein PSSD entwickelt, ist bislang unbekannt. Die Symptome der sexuellen Probleme sind: Libidomangel, Impotenz, weniger Ejakulation, verringerte genitale Taubheit, kein Orgasmus, verzögerte Ejakulation.

Mögliche Auslöser des PSSD

Die Auslöser sind bislang unbekannt. Unter der SSRI Therapie wird eine Reduktion des Testosteronwertes als mögliche Ursache vermutet. SSRI verändern zudem durch Methylierung sowie Modifikation Gene (Histone, Gen-Silencing, etc.), die für die Sexualität relevant sind.

Die aktuelle Forschung ist laut einer aktuellen Metastudie noch ungenügend, so dass weitere Forschung notwendig ist. (2) Obwohl das Vorhandensein des PSSD lange umstritten war, ist die Erkrankung mittlerweile im DSM-5 (3) sowie in den Fachinformationen der SSRI (4) enthalten. Die Europäischen Arzneimittel-Agentur erkennt das PSSD ebenfalls als Erkrankung an. (5)

Behandlung

Es existiert aktuell keine Behandlung, jedoch zeigen Studien an Ratten (6) (7) dass 5-HT1A-Antagonisten wirksam sein könnten. Denkbare Therapieansätze währen zudem eine Therapie mit Testosteron, HCG, DHT Agonisten oder wirksamen natürlichen Testosteronboostern wie zB Tongkat Ali. Forschung hierzu liegt noch nicht vor. Insbesondere da das Post Fenasterid Syndrom eine ähnliche Symptomatik aufweist (8) erscheint eine weitere Untersuchung der Androgenspiegel beim PSSD sinnvoll.


Erfahrungsberichte

Hallo erstmal an die ganze Community, Habe mich dazu entschieden ein Teil davon zu werden und mich auch fernab der Schulmedizin mit meiner Problematik zu beschäfigen. Was wie ein absoluter Albtraum klingt, ist für mich seit 2 Jahren bittere Realität geworden: Ich bin 25 Jahre jung und nahm mit 21 für 2 Jahre das Antidepressivum Escitalopram ein. Schon währrend der EInnahme merkte ich eine Veränderung der Sexualität , was jedoch bei Antidepressiva nicht unüblich. Nach dem Absetzen wurden Symptome jedoch bis heute deutlich schlimmer: -Keine Libido -Starke erektile Dysfunktion -Anorgasmie -Genitale Taubheit -Keine morgendlichen oder nächtlichen Erektionen -Immer weiche Eichel Vielleicht ist einigen von euch PSSD (Post-SSRI-Dsysfunction) ein Begriff. Den meisten Ärzten leider nicht und Therapie gibt es auch nicht. Eine weiterer Langzeitschaden und auch der Grund weshalb ich hier schreibe ist die Penisatrophie. In den letzten 2 Jahren bis heute ist der Penis ca 40% (!) dünner geworden und 20% kürzer. Dies ist leider keine paranoide subjektive Wahrnehmung sondern bittere Realität. Selbst mit Vakuumpumpe kriege ich nicht annähernd meine „alte“ Größe zurück. Ob dies nun das Resultat ist von den sehr schwachen Erektionen oder es durch das Medikament ausgelöst wurde ist medizinisch nicht erklärbar. Vielleicht könnt ihr mir da jedoch weiterhelfen. Urologisch gesehen ist dies nicht reversibel, habe jedoch aufgehört mich in der Schulmedizin damit zu beschäftigen (weil praktisch nichts erklärbar ist meiner Symptome) Und nun zu meiner wichtigen Frage: Haltet ihr es für möglich meinen Penis durch intensives Training (Pumpe, oder „Jelqen“?) wieder auf meinen alten Standard zu bringen? In Länge und Dicke? Ihr könnt euch vorstellen wie deprimierend das ist, 25 Jahre und Penis schrumpft Tag für Tag. Wäre sehr dankbar für Tipps oder Ratschläge!

PEC Forum


Anlaufstellen

Selbsthilfeverein für PSSD: PSSD Hilfe Deutschland e. V. – Startseite (pssd-hilfe.de)


Quellen


1. Montejo AL, Llorca G, Izquierdo JA, Rico-Villademoros F.: Incidence of sexual dysfunction associated with antidepressant agents: a prospective multicenter study of 1022 outpatients. Spanish Working Group for the Study of Psychotropic-Related Sexual Dysfunction. J Clin Psychiatry. 2001;62 Suppl 3:10-21.

2.  Bala A, Nguyen HMT, Hellstrom WJG: Post-SSRI Sexual Dysfunction: A Literature Review. Sex Med Rev. 2018 Jan;6(1):29-34. doi: 10.1016/j.sxmr.2017.07.002. Epub 2017 Aug 1.

3. American Psychiatric Association: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen DSM-5. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Peter Falkai und Hans-Ulrich Wittchen 2015, ISBN 978-3-8409-2599-3, S. 616.

4.  Eli Lilly and Company: Full Prescribing Information. 2014, S. 14. Abgerufen am 1. Juli 2016

5. EMA/PRAC: PRAC recommendations on signals adopted at the 13-16 May 2019 PRAC meeting. 2019, abgerufen am 24. Juni 2019

6. N. L. Keltner, K. M. McAfee, C. L. Taylor: Mechanisms and treatments of SSRI-induced sexual dysfunction. In: Perspect Psychiatr Care. 2002 Jul-Sep, 38(3), S. 111–116. PMID 12385082.

7. 5-HT(1A) receptor antagonism reverses and prevents fluoxetine-induced sexual dysfunction in rats. In: Int J Neuropsychopharmacol. 2009 Sep, 12(8), S. 1045–1053, Epub 2009 May 13, PMID 19435548.

8.  S. Giatti, S. Diviccaro, G. Panzica, R. C. Melcangi: Post-finasteride syndrome and post-SSRI sexual dysfunction: two sides of the same coin? In: Endocrine 2018. PMID 29675596

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