Mucuna Pruriens: Wirkung, Nebenwirkung & Wissenswertes

Mucuna Pruriens: Wirkung, Nebenwirkung & Wissenswertes

Erfahre in diesem Artikel alles was du über Mucuna Pruriens wissen musst. Wirkung, Nebenwirkungen und Wirkstoff-Kombinationen.

Inhalt des ArtikelsWeiterführende Artikel
Allgemeine InformationenMeine Erfahrungen zu Mucuna Pruriens
Mucuna Pruriens bei RLS und ParkinsonUnterschiedliche Wirkung von Dopamin-Medikamenten
Wissenswertes über die Wirkung von L-Dopa
Wirksamkeit von Mucuna Pruriens erhöhen
Nebenwirkungen von Mucuna Pruriens

Name: Mucuna Pruriens; Konch Beej, Atmagupta, Kapikachu (Sanskrit), Juckbohne
Wirkstoff: L-Dopa
Wirkmechanismus: Erhöht die Dopamin-Konzentration

Mucuna Pruriens (zu deutsch Juckbohne) ist eine Kletterpflanze welche ursprünglich in Ostindien (Kaschmir und Sikkim), sowie Südchina, Myanmar und der indonesischen Halbinsel beheimatet war. Heute findet man sie in den gesamten Tropen. Die Bohnen der Pflanze, welche mit einem flaumigen behaarten Mantel umhüllt sind, wurden bereits seit über 4.500 Jahren in der ayurvedischen Medizin eingesetzt. Die Wirkung dieser traditionellen Heilpflanze ist hauptsächlich auf die Dopamin steigernde Wirkung zurückzuführen, darüber hinaus könnte Serotonin ebenfalls eine Rolle spielen.


Allgemeine Informationen über die Wirkung von Mucuna 
Pruriens

Das in Mucuna Pruriens enthaltene L-Dopa ist eine Vorstufe des Dopamins. Dopamin ist wichtiger Neurotransmitter, der für eine Reihe von Funktionen verantwortlich ist. So spielt das Dopamin bei der Motivation, bei der Libido, bei der Motorik und der allgemeinen Motivation eine wesentliche Rolle.

Auch eine konzentrationsfördernde Wirkung des Dopamins konnte beobachtet werden, vor allem in Kombination mit dem Neurotransmitter Noradrenalin. Bekannte Arzneien, die auf dieser Wirkstoffkombination basieren und für ihre konzentrationsfördernde Wirkung bekannt sind, sind Amphetamine und Ritalin.


Wozu brauchen wir mehr Dopamin?

Du kannst auf dieser Seite verschiedene Erfahrungsberichte nachlesen, wie Dopamin isoliert und in Kombination mit anderen Neurotransmittern wirkt.

Es gibt zwei Gruppen von Menschen, die eine Dopaminerhöhung anstreben:


Gruppe 1: Menschen ohne medizinische Notwendigkeit

Die meisten Menschen die einen Kaffee trinken, tun dies, um wacher und konzentrierter zu werden. Mit Dopamin Konsum verhält es sich ähnlich. Zwar ist die Wirkung des Dopamins nicht gleich (wobei Koffein ebenfalls Dopamin erhöht), aber die Motivation ist dieselbe. Bestimmte Wirkungen, die ein erhöhter Dopaminspiegel im Blut verursacht, werden als angenehm empfunden.

Dopamin spezifische Wirkungen:

  • Gesteigerte Konzentration
  • Erhöhte Libido
  • Gesteigerte Motivation
  • Erhöhtes Selbstvertrauen (vor allem in Kombination mit anderen Neurotransmittern)


Gruppe 2: Menschen mit einer medizinischen Notwendigkeit

Die zweite Gruppe, die nicht nur gerne etwas mehr Dopamin wünscht, sondern mehr Dopamin benötigt, sind Menschen, die entweder an einem Dopaminmangel leiden oder ein Problem mit der Dopaminverarbeitung aufweisen (etwa Probleme mit den Synapsen).

Krankheiten, bei denen dies der Fall ist:

  • Parkinson
  • RLS


Mucuna Pruriens bei RLS & Parkinson
 (Vorteil gegenüber reinem L-Dopa?)

Das L-Dopa, welches bei Mucuna Pruriens in natürlicher Form vorliegt, wird ebenfalls bei RLS- und Parkinsonmedikament eingesetzt. Hierbei wird das L-Dopa zusammen mit: DOPA-Decarboxylase-Hemmer, Catechol-O-Methyltransferase-Hemmer oder Monoaminoxidase-B-Hemmer kombiniert, um die Wirkung zu optimieren und gleichzeitig die NW zu verringern.


Studie: Unterschied zwischen L-Dopa von Mucuna Pruriens und reinem L-Dopa?

Eine von der Uni „Reta Lila Weston Institute of Neurological Studies“ durchgeführte Studien, in England, zeigte, dass das L-Dopa aus der Mucuna Pruriens Bohne schneller, intensiver und langfristiger wirkte, als synthetischen L-Dopa.

Da synthetisches und natürliches L-Dopa in der Summenformel identisch ist, wird vermutet, dass weitere Wirkstoffe in der Pflanze, die Verwertung des L-Dopas verbessern.


Wissenswertes über die Wirkung von L-Dopa

In diesem Kapitel werden Grundlagen über die L-Dopa-Metabolisierung, sowie deren Optimierung, erklärt. Diese Grundlagen hängen zwar nur indirekt mit dem Artikelthema „Mucuna Puriens“ zusammen, doch da die Wirkungsweise ohne diesem Hintergrundwissen schwer als Ganzes zu erfassen ist, empfiehlt es sich dringend auch dieses Kapitel zu lesen!


L-Dopa und DOPA-Decarboxylase Hemmer

L-Dopa wird durch erst durch das Enzym DOPA-Decarboxylase unter CO2-Abspaltung zu Dopamin umgewandelt. Da das Enzym im gesamten Blutkreislauf vorkommt, das Dopamin neurologisch nur im Gehirn wirksam wird, führt dies zu einem Verwertungsproblem. Denn sobald das L-Dopa zu Dopamin umgewandelt wird, kann es nicht mehr die Blut/Hirn-Schranke passieren.

Das Dopamin, welches nicht rechtzeitig die Blut/Hirnschranke passiert, wird somit als Dopamin in der Peripherie  verbleiben. Dies führt zu zwei Problemen. Erstens verringert sich somit die Wirkung des L-Dopas. Zweitens erhöhen sich die peripheren Nebenwirkungen. Dies ist vor allem bei hohen Dosierungen, wie sie bei Parkinson eingesetzt werden, problematisch.

Damit der Anteil des L-Dopas welches die Blut/Hirnschranke passiert, steigt, wird das Enzym Decarboxylase mit sogenannten DOPA-Decarboxylase-Hemmern (etwa Carbidopa oder Benserazid) gehemmt. Da diese die Blut/Hirnschranke nicht passieren können, wird das L-Dopa im Gehirn weiterhin zu Dopamin gewandelt.


L-Dopa und Catechol-O-Methyltransferase (COMT) 
Hemmer

Durch das Hemmen des Enzyms COMT wird die Umwandlung (Methylierung) zu einem unwirksamen Metaboliten verhindert. Dies führt dazu, dass die Ausscheidung verzögert wird und die Bioverfügbarkeit steigt. COMT Hemmer wirken nur peripher, was jedoch dazu führt, dass mehr L-Dopa die Blut/Hirn Schranke passieren kann, wodurch die Wirkung des L-Dopas verlängert wird.


L-Dopa und Monoaminoxidase B (MAO-B) Hemmer

Durch das Hemmen es Enzyms Monoaminoxidase B wird der Abbau des Dopamins unterdrückt, wodurch die Dopamin-Konzentration im Gehirn steigt. Da die Enzymblockade irreversibel ist, hält die Wirkung trotz der Halbwertszeit von ~1 Stunde, 1-3 Tage an.


Wirksamkeit von Mucuna Pruriens natürlich erhöhen

Zweifelsfrei wäre es am effektivsten, wenn man das natürliche L-Dopa aus der Bohne mit den synthetischen Wirkstoffen von einem DOPA-Decarboxylase-, COMT- und MAO-Hemmer kombiniert.

Da diese für gesunde Menschen nicht erhältlich sind, gilt es eine frei erhältliche Alternative zu finden. In der Tabelle findest du die jeweiligen Arzneien und rezeptfreie natürliche Alternativen.

Enzym HemmerSynthetische WirkstoffeNatürliche Alternative
DOPA-DecarboxylaseBenserazid; CarbidopaGrünteeextrakt
COMTEntacapon ; Tolcapon
MAOSelegilin; RasagilinTribulus Terrestris



Grünteeextrakt und Mucuna Pruriens

Grüntee (bzw. das darin enthaltene EGCG und EGC), hemmt DOPA-Decarboxylase. Das ist tatsächlich nicht nur ein Marketingtrick, sondern wurde durch eine Studie (Biochem Biophys Res Commun. 2001 Jun 1;284(1):90-3.) bestätigt. Da das EGCG und EGC für die hemmende Wirkung verantwortlich ist, empfiehlt es sich ein Extrakt mit möglichst hohen EGCG Gehalt als DOPA-Decarboxylase zu verwenden.


Tribulus Terrestris und Mucuna Pruriens

Tribulus Terrestris ist nicht der einzige bisher bekannte MAO-Hemmer, der die Wirkung von Mucuna Pruriens verbessern kann. Neben Tribulus Terrestris gibt es folgende pflanzliche MAO Hemmer:

  • Amsonia Tabernaemontana
  • Banisteriopsis Caapi
  • Banisteriopsis Lutea
  • Banisteriopsis Muricata
  • Calycanthus Occidentalis
  • Carex brevicollis
  • Corynanthe Yohimbe
  • Kochia Scoparia
  • Mascagnia Psilophylla
  • Myristica Fragrans


Da ich bei meinen Recherchen bislang jedoch ausnahmslos nur auf die Kombination von Mucuna Pruriens und Tribulus Terrestris gestoßen bin und mit der Liste der anderen möglichen Kombinationen pflanzlicher MAO-Hemmer abseits von Tribulus Terrestris wahrscheinlich erstmals eine Alternative hierzu veröffentliche, beschränken wir uns zunächst nur auf die Kombination der beiden Wirkstoffe.

Denn ohne weitere Informationen oder eigenen Tests (die noch folgen werden), können unerwartete Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Die Kombination Tribulus Terrestris und Mucuna Pruriens ist immerhin die einzig mir bekannte Kombination eines pflanzliches MAO-Hemmers mit Mucuna Pruriens, welche bereits in einer traditionellen Medizin (der Indischen) angewendet wurde. Dies ist zwar kein Garant für die Unbedenklichkeit, ist aber immerhin mehr, als andere pflanzliche MAO Hemmer vorzuweisen haben.


Grünteeextrakt oder Tribulus Terrestris?

Daten darüber, welche der beiden Kombinationen potenter ist, konnte ich bislang keine finden, da hierzu Vergleichsstudien fehlend. Die meisten Informationen über die Kombinationen findet man von Herstellern oder Blogs, die die Herstellerinformationen blind abgeschrieben haben.

Es ist zwar erwiesen, dass beide Kombinationen eine Berechtigung aufweisen, nur welche tatsächlich wirksamer ist, lässt sich momentan noch nicht bewerten. Hierzu werde ich noch einen Test durchführen. Auch eine Unbedenklichkeit aus einer Kombination von beiden Wirkstoffen müsste noch näher untersucht werden.

Aus Sicht der Unbedenklichkeit würde ich Grünteeextrakt zu bevorzugen.


Nebenwirkungen von Mucuna Pruriens

Da bei Mucuna Pruriens die meisten Informationen von Herstellern stammen, muss man etwas tiefer suchen, um an verlässliche Informationen zu gelangen. Die bereits erwähnte Studie der Universität „Reta Lila Weston Institute of Neurological Studies“ aus England fand zwar keine direkten Nebenwirkungen, doch dies stellt noch keine Garantie für die Unbedenklichkeit da.


Unterschied zwischen Kurz- und Langzeit Nebenwirkungen

Die Kurzzeit-Nebenwirkungen von Mucuna Pruriens scheinen tatsächlich unbedenklich zu sein. Anders gesagt, ich habe noch keine Hinweise auf mögliche ernst zu nehmende Nebenwirkungen unmittelbar durch einmaligen oder seltenen Konsum gelesen oder gehört. Auch selbst konnte ich keine derartigen Nebenwirkungen feststellen.

Aber was von den Herstellern meist verschwiegen wird, dauerhafte Erhöhungen von Neurotransmittern führen häufig zu Nebenwirkungen! Es ist eine Sache für 2 oder 3 Wochen das Dopamin zu steigern, dann zu pausieren und danach wieder für einen kürzeren Zeitraum das Dopamin zu steigern. Was andere ist es, hohe Dosierungen über lange Zeiträume hinweg einzunehmen.

Man sieht bei der Dauermedikamentation von RLS und Parkinsonpatienten mit Dopamin, dass es zu Nebenwirkungen wie:

  • Spielsucht
  • Schlafprobleme
  • Depressionen


usw. führen kann.

Lies dir dazu einfach einmal die Nebenwirkungen der Parkinsonmedikamente durch. Natürlich ist eine moderate Dosierung L-Dopamin nicht mit der teilweise extrem hohen Dosierung bei Parkinsonerkrankten gleichzustellen, nur es sollte einmal verdeutlichen, dass es durchaus zu Nebenwirkungen kommen kann, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Ich rate daher bei hohen Dosierungen nur zu gelegentlichen Einnahmen und bei einer Daueranwendung, sollten mögliche Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Bei den ersten Anzeichen von derartigen Nebenwirkungen würde ich unbedingt pausieren, bis diese abgeklungen sind!

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